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mitoMORPH

Analyse des Teilungs- und Fusionsverhaltens von Mitochondrien als neues diagnostisches Werkzeug (Methodenentwicklung).

Projektstandort: Universität Tübingen

Stand der Forschung

Mitochondrien sind essentielle, dynamische und komplexe Organellen, die eine entscheidende Rolle in verschiedenen Bereichen der Zell-Funktion spielen. Zum einen versorgen sie die Zelle mit ATP, das durch oxidative Phosphorylierung gewonnen wird. Zusätzlich laufen in den Mitochondrien zahlreiche metabolische Vorgänge ab, sie spielen eine Schlüsselrolle in der Assemblierung von Eisen-Schwefel-Komplexen und regulieren den programmierten Zelltod. Um diese mannigfaltigen Funktionen zu erfüllen, müssen sich die Mitochondrien den Erfordernissen anpassen. Ihre Lokalisation innerhalb der Zelle und ihre Form werden durch die aufeinander abgestimmten Prozesse der Fusion und Teilung der Mitochondrien kontrolliert. Da Mitochondrien so viele unterschiedliche Funktionen in verschiedenen Geweben erfüllen, sind mitochondriale Defekte oft eng gekoppelt mit verschiedenartigen humanen Erkrankungen.

Ziele

Ziel des Teilprojektes ist es, den Zusammenhang zwischen Störungen der Mitochondrien-Morphologie und –Funktion und den Pathomechanismen bei mitochondrialen Erkrankungen zu verstehen. Zunächst werden standardisierte Untersuchungen für folgende Parameter etabliert: Mitochondrien-Morphologie, mitochondriales Membranpotential und Sauerstoff-Verbrauch als Parameter der Mitochondrien-Funktion sowie Gehalt an mitochondrialen Proteinen und Lipid-Zusammensetzung der mitochondrialen Membranen als biochemische Parameter. In Fibroblasten und Myoblasten von Patienten mit Mitochondriopathien und Kontrollen wollen wir die Erkrankung mit morphologischen und funktionellen Veränderungen korrelieren. Die kombinierte Anwendung all dieser Methoden wird uns erlauben, diese Parameter als Biomarker für die Diagnose verschiedener Erkrankungen und zur Untersuchung der Effektivität medikamentöser Behandlungen zu verwenden. Solche umfangreichen Untersuchungen können eine neue und einzigartige Möglichkeit darstellen, Krankheitsstadien bei verschiedenen Mitochondriopathien zu verfolgen. Diese Plattform zur Untersuchung der Mitochondrien-Funktion und –Morphologie bieten wir den anderen Mitgliedern des mitoNET an.

Projektmanagement und Kontaktadresse

Ludger Schöls, Prof.

Universitätsklinikum Tübingen

Neurologische Klinik und Hertie Institut für Klinische Hirnforschung

Hoppe-Seyler-Str. 3, 72076 Tübingen

Tel: +49 7071 - 29 - 80412

Fax: +49 7071 - 29 - 4839

Web: www.medizin.uni-tuebingen.de

Projektteilnehmer

Doron Rapaport, Prof. Dr.

Universitätsklinikum Tübingen

Interfakultives Institut für Biochemie

Hoppe-Seyler-Str.4, 72076 Tübingen

Tel: +49 7071 - 29 - 74184

Fax: +49 7071 - 29 - 4016

Web: http://www.ifib.uni-tuebingen.de/forschu ...

Literatur

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